Seit einiger Zeit liefern sich die Supermarkt-Giganten Lidl und Edeka einen Aufmerksamkeitswettbewerb in den sozialen Medien. Davon profitieren die Zuschauer, weil sie Werbespots serviert bekommen, die kreativ, einfallsreich, witzig und große Unterhaltung sind. Es profitieren die Social Media Manager, weil ihre Arbeit Riesenspaß macht und keine Idee zu abstrus ist. Und es profitiert David Helmut, denn der Augsburger Regisseur und Filmemacher hat mit dem viralen Spot „LI DL LAND“ für Lidl im vergangenen Spätsommer einen Coup gelandet. Dafür ist er nun für den Augsburger Medienpreis in der Kategorie BILD nominiert.

Quelle: Lidl / YouTube

Knutschen im Lidl

Wer Freitagnachmittag mit anderen Einkaufswütigen durch den Lidl in der Augsburger Heinrich-von-Buz-Straße schlurft, der kommt wohl kaum auf die Idee, dem Kassierer schwülstige Liebeserklärungen zuzurufen und dann auf der Stelle los zu knutschen. Aber das unterscheidet eben auch das Gros der Leute von einem erfolgreichen Filmemacher und Regisseur, wie es der Augsburger David Helmut ist.

Erweitert David Helmut seine Award-List bald um den MP18?

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Wie ist die Szene gelaufen? (Bild: © David Helmut)

David Helmuts Produktionsfirma Le Geek, die er bereits während seines Studiums an der HFF in München gründete, arbeitet mit namhaften Kunden wie Nike, Adidas, Nivea und Lidl zusammen, aber auch mit lokal ansässigen Unternehmen wie den Augsburger Stadtwerken. Zahlreiche Preise hat David Helmut für seine Kurzfilme und Spots schon gewonnen, darunter den 99Fire Award Berlin, den Local Hero Preis Augsburg, den Sophie Opel Preis München und zuletzt den Porsche Award. Vielleicht klappt es ja nun auch noch mit dem Augsburger Medienpreis 2018 – oder der Goldenen Kamera.

LI DL Land: Geniale Persiflage

„LI DL LAND“ ist eine Persiflage auf Hollywood-Filme – und auf den Konkurrenten EDEKA. Seit einiger Zeit liefern sich die beiden Supermarktriesen einen Schlagabtausch in den sozialen Medien. In den kreativen und unterhaltsamen Spots werden Geschichten erzählt, die die Zuschauer zum Lachen bringen und einfach gute Unterhaltung sind.

EDEKA wird auf die Schippe genommen

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David Helmut selbst vor der Kamera. (Bild: © David Helmut)

In „LI DL LAND“ verlieben sich Ryanhold und Emma ineinander – doch Emmas Familie, die Nachkommen des EDEKA-Gründers Fritz Borrmann, ist dagegen. Wie kann Emma nur mit einem Mitarbeiter des verhassten Lidl-Clans anbandeln? Da bleibt den statusbedachten Spießern doch glatt das Abendessen im Halse stecken. Auch der abgestürzte Eatkarus aus dem Edeka-Spot „Iss wie der, der Du sein willst“ hat einen Auftritt: Er soll Emma zurückholen. Doch leider hat er den Kampf gegen die Pfunde verloren: „Ich bin abgestürzt“. Wie gut, dass Agent Smith alias „Paps“ noch ein paar Beeren in petto hat, mit denen Eatkarus wieder zu Ikarus werden kann… aber vergeblich. Emma hat sich entschieden: Bei Lidl tanzen sie schon auf den Autos auf dem Parkplatz, als sie mit Verve die „Wir lieben Lebensmittel“-Schürze in die Ecke pfeffert und sich in das schicke blaue Lidl-Dress schmeißt.

David Helmut: „Am wichtigsten ist die Idee“

David Helmut bezeichnet sich selbst als „verzweifelten Workaholic und detailverliebten Perfektionisten“. Das sieht man „LI DL LAND“ an: Idee, Bildgestaltung und Musik bilden eine Einheit, die das Kino der großen Gefühle imitiert und auf die Schippe nimmt. Mit den viralen Spots, in denen sich Lidl und EDEKA medienwirksam dissen, haben die Konzerne und David Helmut einen Trend verstanden: Im Marketing geht es nicht nur darum, Produkte anzupreisen. Es geht auch um Image. Durch „LI DL LAND“ wirkt der Discounter hip und lässig, mit einer guten Portion Humor und Ironie ausgestattet. „LI DL LAND“ zeigt deshalb nicht nur, wie man unterhaltsame Werbefilme dreht, sondern auch, wie man Social Media perfekt nutzt.

Autorin: Katja Heumader | FOMACO GmbH
Cover-Bild: © David Helmut