Ob akustische Raumskulptur oder interaktive Lichtinstallation: Das Augsburger Duo bei Lab Binaer, Martin Spengler und Benjamin Stechele, entwickelt einzigartige Projekte. Dazu beschreiten sie neue Pfade in ihrem Labor des freien Denkens. Seit über zehn Jahren planen und realisieren sie dort zusammen mit verschiedenen Partnern innovative Lösungen mit allen Facetten, die Hard- und Software zu bieten haben. Diese medialen Kunstwerke kann man nicht nur hören oder sehen, sondern auch fühlen. Das macht Lab Binaer nicht nur zu einem Aushängeschild der Augsburger Kreativwirtschaftsszene: Sie sind nun auch für den MP18 in der Kategorie Bild nominiert.

Von Kreativdenkern und Machern

Hinter Lab Binaer verbirgt sich nach Sicht seiner Schöpfer ein Labor für Medienkunst, worin mitten in Augsburg neuartige multimediale Exponate gedacht, geplant und gemacht werden. Dabei geht es seit der Gründung 2007 um Projekte, die alles andere sind als altbekannt. Denn die beiden Erfolgsunternehmer Martin Spengler und Benjamin Stechele brennen dafür, verschiedene Inhalte auf völlig anderen Wegen erlebbar zu machen. Das charakterisiert sie selbst als „Hans Dampf in allen Gassen“, die sich während ihres Multimedia-Studiums an der Hochschule Augsburg kennenlernten. Seither verfolgen sie ihre Berufung, Originäres multimedial zu erschaffen.

Mit Ausdauer auf Erfolgskurs

Was der heutige Erfolg von Lab Binaer speziell veranschaulicht ist: Medienarbeit braucht Durchhaltevermögen. Denn der Weg zu einem international bekannten Unternehmen war für die Gründer nicht immer ohne Stolpersteine. Besonders die Herausforderung, künstlerische Freiheit zusammen mit wirtschaftlichen Zwängen und der Familie unter einen Hut zu bekommen, verlangte den Machern einiges ab. Diese Erfahrung lehrte sie jedoch auch bewusst zu genießen und Erfolge gebührend zu feiern, aber auch für mögliche Durststrecken vorzusorgen.

Art meets industry – oder: was Lab Binaer einzigartig macht

Dank ihrer unkonventionellen Kreativlösungen hat sich Lab Binaer längst einen Namen gemacht, und das weit über die schwäbische Landeshauptstadt hinaus. Davon zeugen viele Einladungen zu Messen oder Kongressen sowie deutschlandweite Aufträge, etwa aus der Automobilindustrie. Hierfür entwarfen die diplomierten Multimedia-Designer nicht nur ein neuartiges Interaktionskonzept, sondern lieferten einen professionell ausgearbeiteten Prototypen mit dazu. Abgesehen davon entwickelten die preisgekrönten „Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands“ für das Augsburger Modular Festival eine Licht- und Videoinstallation, die die Festivalbesucher unmittelbar ins Geschehen integrierte. Hier wird deutlich, worauf Spengler und Stechele besonderen Wert legen: neben stilistischer wie inhaltlicher Wandlungsfähigkeit benutzen sie bewusst keine eindeutige Handschrift. Denn jedes Projekt bedarf seiner ganz eigenen Ideen und Herangehensweisen.

Quelle: vimeo.com (vimeo.com/146116576)

Medienarbeit braucht brennende Leidenschaft und Phantasie

Mit schier endloser Neugier und gleichzeitig hohem Qualitätsanspruch greifen Martin Spengler und Benjamin Stechele seither begeistert Neues an, selbst wenn das meist einen Haufen Arbeit bedeutet, wie sie im Interview zugeben. Denn das ist es, was in ihren Augen eine sehr gute Medienarbeit ausmacht: Nicht nur die originelle Idee, sondern auch eine intelligente nonverbale Metaphorik, die mit handwerklicher Perfektion gepaart wird. Dafür motivieren und inspirieren sie sich tagtäglich neu, mit brennender Leidenschaft und einer gehörigen Portion Phantasie.

Augsburg ist ihr Ankerpunkt und Place-to-be

Success made in Augsburg – das ist nicht nur der Arbeits- und Ankerpunkt der beiden Vollblutaugsburger. Denn anders als etwa die Bundeshauptstadt besticht die schwäbische Metropole aus ihrer Sicht mit einem hohen Maß an Lebensqualität. Gleichzeitig gibt es in unseren Breiten eine multikulturelle Stadtgesellschaft sowie einen Spannungsmix aus urbanem und ländlichem Flair zu erleben. Da verwundert es kaum, dass gerade in Augsburg viele kreative Multimedialösungen von Lab Binaer Blüte tragen. Angekommen in ihrem Place-to-be raten sie jungen Medienmachern vor allem drei Dinge: Habt Neugierde am Ungewohnten, nehmt euch Zeit für die Ideenfindung und belasst es nie beim Erstentwurf – es sei denn, ihr seid genial!

Autorin: Karin Kreuzer | FOMACO GmbH
Cover-Bild: © Lab Binaer